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[tab title=”Kurzdaten”] Hauptstadt: Monrovia
Staatsform: Präsidiale Republik
Währung: 1 Liberianischer Dollar (Lib $) = 100 Cents
Fläche: 111.369 km²
Bevölkerung: 3,39 Mio
Sprachen: Englisch 20 % (offiziell), Kpelle, Bassa, 9 andere Stammessprachen
Religionen: Traditionelle Religionen 40 %, Christen 40 %, Muslime 20 %
Telefonvorwahl: +231
Internet TLD: .lr
Zeitzone: MEZ – 1h
 
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[tab title=”Politik”] Die am 16. Januar 2012 (nach 2006) erneut vereidigte liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf strebt eine enge Zusammenarbeit ihres Landes auf regionaler und internationaler Ebene an. Liberia will in der Mano River Union (Mitglieder: Liberia, Guinea, Sierra Leone und Côte d´Ivoire), im Rahmen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), der Afrikanischen Union (AU) sowie der Vereinten Nationen (VN) für den Frieden wirken. Von Liberia solle nie wieder eine Bedrohung für seine Nachbarstaaten ausgehen. Insbesondere bemüht sich die Präsidentin um eine verstärkte Zusammenarbeit im Rahmen der Mano River Union. Sie hat derzeit den Vorsitz inne. Vizepräsident der ECOWAS Kommission wurde für 4 Jahre ihr bisheriger AM McIntosh, der Chef der Governance Commission wurde zum Vorsitzenden der Universal Peer Review Kommission der AU ernannt, ein weiteres Zeichen für die Bereitschaft Liberias, internationale Führungsaufgaben zu übernehmen. Die maritime Sicherheit im Golf von Guinea, der Menschen- und Drogenhandel sind Problemfelder, die die westafrikanischen Staaten verstärkt angehen.

[/tab] [tab title=”Wirtschaft”] Das liberianische Schifffahrtsregister bleibt mit Jahreseinnahmen von ca. 20 Mio. US-Dollar (eines der größten Register weltweit) eine wichtige Devisenquelle. Nach der Aufhebung der Exportsanktionen für Tropenholz und Diamanten sind auch in diesen, vor dem Bürgerkrieg wichtigsten Wirtschaftszweigen bald wieder bedeutende Einnahmen zu erhoffen. Ferner spielt der Export von Rohkautschuk eine große Rolle (die jetzt im japanischen Besitz befindliche „Firestone“-Plantage ist eine der größten der Welt). Der vor dem Bürgerkrieg wichtige Eisenerzexport ist seither zum Erliegen gekommen, für seine Wiederaufnahme sind umfangreiche Neuinvestitionen notwendig. Der indische Arcelor/Mittal-Konzern nahm Ende Juli 2007 offiziell seine Tätigkeiten in Liberia auf, 2011 fand die erste Verladung statt. Der Transport erfolgte auf der rehabilitierten Eisenbahnlinie von Yekepa zum Hafen Buchanan Rund 1 Milliarden US-Dollar sind im Eisenerzsektor investiert worden. Weitere Investitionen im Eisenerzbereich sind von chinesischen, indischen und australischen Firmen verabredet. Ebenso im Bereich Palmöl und Woodchips. Für die einheimische Wirtschaft ist vor allem die noch weitgehend auf Subsistenzbasis betriebene Landwirtschaft bedeutsam (Reis, Kassawa, Tropenfrüchte).
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Liberia

In der Hauptstadt Monrovia sind nur 4.000 Haushalte an das Stromnetz angeschlossen. Die übrigen Einwohner der Millionenstadt sitzen abends im Dunkeln oder müssten sich mit Generatoren behelfen, deren Brummen überall in der Stadt zu hören sind.

Der ärmere Teil der Bevölkerung deckt seinen Energiebedarf größtenteils mit Holzkohle. Noch unzureichender ist die Stromversorgung außerhalb Monrovias.
Als weiteres wichtiges Energieprojekt ist die Wiederbelebung des Mount-Coffee-Staudamms geplant. Die Kosten für die Restaurierung des in den 1960er Jahren gebauten Damms werden auf mehr als 300 Millionen US-Dollar geschätzt. Bis 1990 hatte er 64 Megawatt Strom geliefert, im Bürgerkrieg wurden jedoch alle Generatoren zerstört. Bis der Staudamm wieder Strom in die Städte liefern könne, werde es aber noch viele Jahre dauern, meint ein westlicher Diplomat in Monrovia. Schließlich müssten sämtliche Maschinen, Baustoffe und auch die nötigen Kenntnisse für die Wiederinbetriebnahme des Staudamms sowie den Bau neuer Stromleitungen erst importiert werden, was angesichts einer behäbigen Bürokratie ein langer Prozess werden dürfte. Auch die Ausbildung neuer Techniker für Betrieb und Wartung der Anlagen sei nicht kurzfristig zu gewährleisten.
Vor einem Jahr reihte sich Ghana in die Riege der Erdöl produzierenden Länder Westafrikas ein. Nun hofft auch Liberia auf einen Ölboom und die damit einhergehenden Milliardeneinnahmen. Die liberianische Regierung ist sich der Bedeutung des Themas für die wirtschaftliche Entwicklung Liberias bewusst. Wenn sich das Land nachhaltig entwickeln wolle, müsse die Energie-Infrastruktur ausgebaut werden. Das kleine Land verfügt über genügend Potenzial an reichen Rohstoffvorkommen. Das Land Liberia bietet neben fruchtbaren, landwirtschaftlich gut nutzbaren Böden und Kautschukplantagen auch große Mengen an Eisenerz, aber auch Gold, Diamanten, Mangan und Columbit in wirtschaftlich abbauwürdigen Mengen.