Mieterstrom: Kabinett beschließt Mieterstromgesetz

Mieterstrom wird nach dem Willen des Bundeskabinetts in Zukunft besser gestellt: Den Entwurf des entsprechenden Gesetzes zum Thema Mieterstrom („Mieterstromgesetz“) hat das Bundeskabinett heute verabschiedet. Es sieht vor, dass Vermieter, die Energieversorger werden, zwar EEG-Umlage in voller Höhe entrichten müssen, gleichzeitig bekommen sie aber einen Mieterstromzuschlag, der die Einnahmen durch den Stromverkauf auf die Mieter ergänzt. So sollen 3,8 Millionen Wohnungen und Mieter auch in die Energiewende einbezogen werden.

Mieterstrom wie beim Henne-Haus in Oldenburg wird gesetzlich geregelt

Dr. Thomas Henne: Vermieter und Energieversorger (Bild: E3/DC / Fotograf: Andreas Burmann)

26. April 2017. Mieterstrommodelle wie das des Henne-Hauses in Oldenburg werden in Zukunft für Vermieter und Mieter noch attraktiver. Nach dem Willen der Bundesenergieministerin Brigitte Zypries soll es künftig einen Mieterstromzuschlag geben, wenn der Vermieter zum Energieversorger wird. Je nach Anlagengröße erhält der Vermieter einen Zuschlag zwischen 3,81 Cent pro Kilowattstunde und 2,21 Cent je Kilowattstunde zusätzlich zu dem Erlös, den er beim Stromverkauf an seine Mieter erzielt.

Der Mieterstromzuschlag wird über die EEG-Umlage finanziert – diese wird für den Vermieter auch weiterhin in voller Höhe fällig. Für den restlichen Strom, der nicht von den Mietern abgenommen wird und ins Netz eingespeist wird, erhält der Anlagenbetreiber wie bisher die Einspeisevergütung aus dem EEG – derzeit sind das ca. 12 Cent je Kilowattstunde.

Mieterstrom günstiger als Grundversorger

Der Vorteil: Anders als beim Strombezug aus dem Netz fallen beim Mieterstrom wie bisher keine Netzentgelte, Konzessionsabgaben, Umlagen und Stromsteuer an, weil dieser Strom nicht ins Netz eingespeist wird. Zum Schutz der Mieter gibt es für Mieterstrommodelle einen Höchstpreis des direkt von der Photovoltaikanlage kommenden Stroms von 90 Prozent des örtlichen Grundversorgertarifs.

Eine Umfrage von LichtBlick hat zuletzt ergeben, dass das Interesse an Strom direkt vom Dach des eigenen Mietshauses bei vielen Mietern auf großes Interesse stößt. 66 Prozent der befragten Mieter können sich vorstellen, Mieterstrom zu beziehen. Das Wahlrecht bleibt ihnen im Modell aber erhalten: Niemand wird gezwungen, mit dem eigenen Vermieter einen Stromvertrag zu schließen.

Die Energieerzeugung vom eigenen Dach eines Mehrfamilienhauses bietet das Potenzial, sogenannter Flatrate-Mieten, bei denen die Nebenkosten für Strom nicht mehr nach Verbrauch, sondern verrechnet mit der Miete, also als Pauschale abgerechnet werden. Solche Modelle sind durchaus zukunftsfähig.

Vor der Verabschiedung müssen natürlich noch Bundestag und Bundesrat entsprechend zustimmen. Dies soll aber vor der Bundestagswahl im September noch passieren – also bis zur Sommerpause, die in wenigen Wochen beginnt.

(Bild: E3/DC / Fotograf: Andreas Burmann)

Hinweis: Der Autor dieses Beitrags ist beratend für Discovergy (im Bild oben abgebildet) und Laudeley Betriebstechnik tätig. Außerdem betreibe ich
die im Beitrag verlinkte Seite hennehaus.de ohne kommerziellen Hintergrund.

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Electrochaea plant Power-to-Gas Anlagen im Gigawatt-Maßstab

Die biokatalytische Methanproduktion gilt als wichtige Technologie für die Energiewende. Das Cleantech-Unternehmen Electrochaea betreibt seit 2016 die weltweit erste biologische Methanisierungsanlage im Megawatt-Maßstab. Jetzt ist es dem Unternehmen gelungen, einen speziell zur effektiven biokatalytischen Me-thanproduktion gezüchteten Mikroorganismen-Stamm patentieren lassen. Damit sollen schon bald Gigawatt-Anlagen möglich werden.

Bioreaktor von Electrochaea

Electrochaea plant Power-to-Gas Anlage im Gigawatt-Maßstab

CleanThinking, 28. Februar 2017. Electrochaea will die patentierten Archaeen einsetzen, um besonders effizient aus Wasserstoff und CO2 Biomethan in Erdgasqualität herzustellen. Bei den Mikroorganismen handelt es sich um Archaeen, eine Variante des Stammes Methanothermobacter thermautotrophicus. Sie gelten als die ältesten Lebewesen auf der Erde und bilden neben Bakterien und Eukaryoten den dritten Ast des Stammbaums des Lebens.

Die Archaeen sind wahre Überlebenskünstler und können sich extremen Umweltbedingungen anpassen. Die besonderen Stoffwechselleistungen der Mikroorganismen sind biotechnologisch hochinteressant und können vielfältig genutzt werden. „Das Ergebnis unserer Archaeen-Kultivierung hat uns selber überrascht. Wir haben die Raum-Zeit-Ausbeute der Archaeen um den Faktor zwanzig gesteigert und das bei stabiler Netzqualität des Methans“, sagt Dr. Mich Hein, Geschäftsführer von Electrochaea.

Die von Electrochaea entwickelte Methode der biologischen Methanisierung ist womöglich eine Schlüsseltechnologie, um CO2 sinnvoll zu nutzen und Strom aus erneuerbaren Energiequellen als Gas speicherbar zu machen. Der Strom wird dabei in einem ersten Schritt zur Herstellung von Wasserstoff genutzt (Elektrolyse). Der Wasserstoff und zugeführtes CO2 aus industriellen Abgasen oder anderen Quellen werden daraufhin von den Archaeen in einem biokatalytischen Prozess in Biomethan umgewandelt.

Electrochaea Gas für Wärme oder Treibstoff

Das von den Mikroorganismen produzierte Gas kann zeitlich und räumlich unabhängig für die Erzeugung von Wärme oder auch als Treibstoff genutzt werden. Speicherung und Transport des Biomethans erfolgen über das bestehende Erdgasnetz. Der kostenintensive Bau einer zusätzlichen Infrastruktur ist daher nicht nötig.

Bislang war ein kommerzieller Einsatz der Technologie unmöglich, da die Leistung der Archaeen nicht ausreichend und beständig genug war. Der wissenschaftliche Durchbruch gelang Prof. Laurens Mets am Department für Molekulare Genetik und Zellbiologie der Universität Chicago, der die Effizienz des Archaeen-Stammes durch einen gezielten Selektionsprozess deutlich steigern konnte. Aufbauend auf dieser Forschungsleistung und in enger Zusammenarbeit mit Prof. Mets ist es dem Team um Geschäftsführer Dr. Mich Hein 2014 gelungen, die Technologie so weiter zu entwickeln, dass eine kommerzielle Nutzung im industriellen Maßstab jetzt möglich ist.

Das ist gerade dann wichtig, wenn die Methode im industriellen Maßstab eingesetzt wird. Genau das hat Electrochaea nun vor. „Wir können jetzt sehr schnell nach oben skalieren und das zu betriebswirtschaftlich sehr vernünftigen Kosten“, erklärt Dr. Hein. In Ungarn ist nach Angaben von Electrochaea eine Anlage mit einer Leistungsaufnahme von zehn Megawatt geplant. Weitere Anlagen in der Schweiz und in den USA sind im Bau. Bis 2025 seien Anlagen im Gigawattbereich realistisch, so das Unternehmen.

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Speicher aus Spezialbeton: für solare Wärmenutzung und Stromerzeugung

Das norwegische Energieunternehmen EnergyNest hat einen Wärmespeicher für die Industrie entwickelt, der mit Beton als Speichermedium arbeitet. Die so gespeicherte Wärme lässt sich vielfältig nutzen: als Prozesswärme, zur eigenen Stromerzeugung und zur Stabilisierung ganzer Stromnetze. Unterm Strich steigt so die Energieeffizienz signifikant.

Betonspeicher von EnergyNest20.06.2016. Seit 2015 läuft die Bewährungsprobe für den EnergyNest-Pilotspeicher TES im Sonnenwärmekraftwerk „Beam Down“ im klimaneutralen Stadtprojekt Masdar City in der Nähe von Abu Dhabi. „Ich habe viele Energiespeicher genau studiert – und der thermische Speicher von EnergyNest erfüllt exakt unsere Erwartungen“, sagt Dr. Steve Griffiths, Vizepräsident für Forschung am Masdar Institut.

Was den Betonspeicher TES so innovativ macht, basiert auf seiner speziellen Zusammensetzung, die in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen HeidelbergCement entwickelt wurde¬. Er besteht aus 75 Prozent Quarz und 25 Prozent weiteren Additiven. Das lässt den Beton laut EnergyNest sehr kompakt werden. Im Innenbereich enthält der Speicher Karbonstahlröhren, durch die im Falle von „Beam Down“ in Masdar City heißes Thermoöl fließt, das von einem kleinen Solarkraftwerk mit einer Leistung von 100 Kilowatt erhitzt wird. Der Beton speichert die Wärme über viele Stunden, um sie später in sonnenarmen Stunden zur Stromerzeugung zu nutzen.

Die Wärmeträgerflüssigkeit hat bis zu 160 bar Druck und ein einziges Speichermodul besitzt eine Kapazität von zwei Megawatt thermisch. Aufgrund des skalierbaren Aufbaus kann TES nach Angaben des Herstellers problemlos bis in den Gigawattbereich speichern, indem einfach weitere Betonklötze aufgestellt werden. Beim Aufheizen dehnt sich der Spezialbeton ähnlich stark aus wie der Stahl der Wärmetauscherröhren. Risse werden dadurch vermieden. EnergyNest prognostiziert eine Speicherlebensdauer von mindestens 50 Jahren.

Doch der TES punktet laut EnergyNest auch bei den Kosten: Bereits bestehende alternative Wärmespeichertechnologien, wie flüssige Salze oder Redox-Flow-Batterien, sind im Vergleich ungleich teurer. So liegt der Betonspeicher bei Installationskosten von 25 US-Dollar pro kWh – das entspricht etwa der Hälfte von Wettbewerbern. Die Betriebskosten machen aufgrund des starren Aufbaus des Speichers sogar nur ein Fünftel aus.

Ein weiteres Plus: Der Speicher bietet großes Potenzial zur Eigenstromerzeugung und Kraft-Wärme-Kopplung. Hier könnten Gesamtwirkungsgrade der Wärmespeicherung von bis zu 90 Prozent erreicht werden. Spitzenlastbedarfen wird mit einer eigenen Turbine und kleinem Stromgenerator begegnet.

Momentan laufen bei EnergyNest Vorbereitungen zu weiteren Praxistests des Betonspeichers: in drei solarthermischen Kraftwerksprojekten in den USA und im Mittleren Osten, bei einem Windparkbetreiber, der seinen überschüssigen Strom im TES zwischenspeichern will und bei einem deutschen Zementunternehmen, das seine Energieeffizienz mit gespeicherter Prozesswärme erhöhen möchte.

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